Aluminium im Bootsbau – ultraleicht, wertstabil und nachhaltig

Bei vielen Segel- und Motorbootfans hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Aluminium ein wenig geeigneter Werkstoff im Bootsbau sei. Viele Wassersportfans haben Angst, dass sich gerade im maritimen Einsatz bei Aluminiumbooten schnell Korrosion bildet. Dabei sind diese weitverbreiteten Vorurteile absolut unbegründet. Gerade im Bereich der Arbeitsboote ist Aluminium als Werkstoff in den letzten Jahren auf dem Vormarsch und das hat gute Gründe. Aber auch private Käufer, die wert auf leichte, wertstabile und quasi unkaputtbare Boote legen, greifen immer häufiger zu Aluminium. Auch JANS-Boats setzt bei seinen Rümpfen ausschließlich auf die hervorragenden Eigenschaften dieses Werkstoffs – mit großem Erfolg.

Holz, Stahl oder GFK – der moderne Bootsbau kennt viele Materialien

Wurden früher vor allem Materialien wie Holz und Stahl im Bootsbau verwendet, schwören viele Eigner seit einigen Jahrzehnten auf moderne Boote aus Glasfaserverstärktem Kunststoff, kurz GFK. GFK ist leichter als vergleichbare Holz- oder gar Stahlkonstruktionen, kann zu einem recht günstigen Materialpreis erworben werden und bietet bei kleineren Unfällen auch wenig erfahrenen Skippern die Möglichkeit zur Eigenreparatur. Doch GFK birgt eine große Gefahr: Das Material neigt zu Osmose. Wasser dringt dabei in den Rumpf ein und zersetzt das Material langsam von innen. Holzboote sind im Vergleich zu GFK zwar wesentlich beständiger, benötigen als Naturmaterial aber überdurchschnittlich viel Pflege. Stahl findet vor allem in der Berufsschifffahrt Verwendung, für den Bau kleinerer Boote ist der Werkstoff wegen des großen Gewichts kaum rentabel.

Aluminium im Bootsbau – der Newcomer mit vielen Talenten

Ein relativ neues Material auf dem Markt der Bootsbaustoffe ist Aluminium, das mit vielen positiven Eigenschaften glänzt. Aluminium wird aktuell vor allem bei Arbeitsbooten eingesetzt. Der Grund liegt auf der Hand: Extrem robust verzeiht der Alurumpf Rempler und Grundberührungen im Vergleich zu anderen Werkstoffen gut. Darüber hinaus ist Aluminium wesentlich leichter als Stahl und wiegt auch 30 % weniger als GFK. Aber auch auf dem Privatmarkt werden immer mehr Aluminiumboote nachgefragt. Hier überzeugt vor allem das solide Material, das bei kleineren Missgeschicken entweder ausgebeult oder ersetzt werden kann. GFK wird zwar unter Wassersportlern eine gute Reparierbarkeit nachgesagt, allerdings ist das Material wesentlich spröder als Aluminium und bricht bereits bei kleinen Zusammenstößen schnell. Der höhere Anschaffungspreis von Aluminium zahlt sich schnell wieder aus: Durch das geringere Bootsgewicht können Aluminiumrümpfe mit sparsameren Motoren gefahren werden, und auch der Transport auf dem Autotrailer ist leichter. Das spart Sprit und bares Geld. Darüber hinaus ist Aluminium ein sehr ehrlicher Werkstoff. Keine Osmosegefahr, keine flüchtig überpinselten Rostlöcher – so kann auch ein Laie den Zustand eines Alurumpfes leicht beurteilen. Gebrauchte Aluminiumboote erzielen deshalb überdurchschnittlich hohe Preise auf dem Wiederverkaufsmarkt. Auch in Punkto Nachhaltigkeit überzeugt Aluminium: Der Werkstoff kann zu 100% recycelt werden.

Aluminiumveredelung: Legierung und Lackierung machen den Unterschied

Wer sich zum Kauf eines Aluminiumbootes entschließt, sollte besonders auf die Qualität der Verarbeitung achten. Je nach Verwendung wird Aluminium im Herstellungsprozess mit anderen Metallen veredelt. Aluminium kann im schmelzflüssigen Zustand mit anderen Metallen legiert, d.h. in einer festen kristallinen Metallbindung verbunden werden, um bestimmte Eigenschaften zu fördern oder ungewünschte zu unterdrücken. Reines Aluminium, das anfällig für Muldenkorrosion ist, wird im Bootsbau nicht verwendet. In Legierungen von Aluminium mit Magnesium werden Festigkeiten erreicht, die denen von Stahl nur wenig nachstehen und ebenfalls korrosionsbeständig in Seewasser sind. Wird das legierte Aluminium mit einer sehr hohen Qualität geschweißt und mit einer optimalen Lackierung versehen, haben Skipper auch im maritimen Seewasserklima lange Freude an ihren Alubooten und können sicher sein, dass auch Beschläge und Anbauten nicht durch Elektrolyse in Mitleidenschaft gezogen werden. Spezielle Antifoulings verhindern darüber hinaus Bewuchs und schützen den Werkstoff in der Dauertauchzone.

Bei JANS-Boats hat man sich bewusst für die vielen Vorteile von Aluminium entschieden und setzt beim Bau der Bootsrümpfe auf den edlen Werkstoff. „Für uns waren es vor allem die Faktoren Gewicht, Sicherheit und Wertstabilität, die uns zu echten Aluminiumfans gemacht haben“, erklärt Jerry Zaslavsky, Wahlfranke und Gründer von JANS-Boats. „Das hochwertige Marine-Aluminium mit einer Wandstärke von 3-4 mm überzeugt durch seine Magnesium-Legierung und bietet höchste Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Das unempfindliche Material, die exakt verarbeiteten Schweißnähte sowie die zusätzliche Lackierung garantieren einen besonders langlebigen Rumpf, der zusätzlich ausgeschäumt wird.“ Das verbessert laut JANS-Boats nicht nur die Sicherheit des Bootes, sondern wirkt auch schallschluckend, was zu einer angenehmen Laufruhe führt.

JANS-Boats aus Aluminium – im modularen System extrem flexibel und wertbeständig

Bei der Lackierung setzt die Bootschmiede auf hochwertige Lacke und Epoxidharze, die mehrfach in einzelnen Arbeitsschritten aufgetragen werden. Dabei dient diese zweite Haut nicht nur zum Schutz von Material und Beschlägen, sondern verbessert auch das Gleiten des Rumpfes durch das Wasser. „Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Rumpf mit vielen Schweißnähten“, erklärt Sven Walter, Bootsbaumeister beim Lackspezialisten M.u.H. von der Linden GmbH. „Durch den Wellengang würde dieser Rumpf unruhig laufen, da benötigt man bereits mehrere Schichten Spachtel und Lack, um ein hochwertiges Fahrgefühl zu erreichen.“ Darüber hinaus ist eine Lackierung auch aus ästhetischen Gründen unverzichtbar. „Unlackiert würde das Aluminium mit Salzwasser eine Art Patina bilden, die es vor Korrosion schützt. Aber wer will schon mit einem offensichtlich rostigen Boot im Hafen anlegen? Darum setzten wir auf AWL Grip Lackierungen, die extrem UV-beständig und pflegeleicht sind und den Eignern lange Freude bereiten.“ Optional kann darüber auch noch ein schützendes Antifouling aufgetragen werden. „Unsere Boote können auf diese Weise sowohl im rauen Klima von Ost- und Nordsee als auch im warmen Mittelmeer genutzt werden. Und natürlich sind sie auch für Binnengewässer optimal geeignet“, erklärt Jerry Zaslavsky, der bei der Lackierung mit der M.u.H. von der Linden GmbH zusammenarbeitet. Im Schnitt benötigt ein JANS-Boat allein für die Lackierung 120 bis 200 Arbeitsstunden.